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Daten und Fakten

Talsperre Zeulenroda

 

Die Talsperre Zeulenroda wurde von 1968 bis 1975 angelegt und wird umgangssprachlich auch Zeulenrodaer Meer genannt. Sie wird von der Thüringer Fernwasserversorgung betrieben. Die Einweihung war 1977. Sie gehört zu einem im Verbund gesteuerten Talsperrensystem, welches die Trinkwasserversorgung für die gesamte Ostthüringer Region sicherte. Das System umfasst vier Talsperren mit zwei Vorsperren in drei Flusseinzugsgebieten:

  • an der Weida die Talsperren Weida und Zeulenroda,

  • im Einzugsgebiet der Wisenta die Talsperre Lössau, die mit der Weida durch einen Überleitungsstollen verbunden ist,

  • und die Talsperre Hohenleuben, sie dient der Niedrigwasseraufhöhung im Unterlauf der Weida (Einzugsgebiet der Leuba).


Beim Bau der 362 Meter langen Brücke über den Stausee zum Ortsteil Quingenberg kamen am 13. August 1973 bei einem Brückeneinsturz vier Arbeiter ums Leben, fünf wurden schwer verletzt. Die Arbeiten (erstmals eine Brücke im freien Vorbau) fanden unter Termindruck und bei Zwang zur Stahleinsparung statt. Da dieses Ereignis am Jahrestag des Mauerbaus stattfand, wurde zunächst Sabotage vermutet. Der Chefingenieur und zwei Mitarbeiter wurden im Mai 1974 vom Bezirksgericht Gera zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, dann jedoch vom Obersten Gericht der DDR freigesprochen. Im Zuge der Ermittlungen wurde letztendlich festgestellt, dass veraltete Konstruktionsvorgaben die Ursache waren. Seit 1994 erinnert ein Gedenkstein an der Straße an die vier 1973 ums Leben gekommenen Bauarbeiter. Die Brücke hat eine Höhe von 37 m über dem Talsperrengrund. Vor dem Bau der Talsperre befanden sich im Tal mehrere Mühlen. Beim Bau der Talsperre mussten viele von ihnen den Fluten weichen. Am Ufer entstand zu DDR-Zeiten ein FDGB-Ferienheim (Ferienheim der Gewerkschaft der DDR) und das Bungalowdorf Zadelsdorf. Nach der Schließung des Ferienhotels am 31. Mai 1997 wurde das Haus ab 1999 komplett saniert und vollkommen umgebaut. Seit 2001 empfängt das Bio-Seehotel Zeulenroda als 4-Sterne- und Bio-Hotel wieder Gäste aus der ganzen Welt. 

 

 

 

Daten:

  • Jahreskapazität des Systems: 31 Mio. m³ Trinkwasser
  • Gestautes Gewässer: Weida
  • Sperrentyp/Dichtung: Steinschüttdamm mit geneigter Lehminnendichtung
  • Bauzeit: 1968 bis 1975
  • Jahr der Inbetriebnahme: 1977

 

Hydrologie: 

  • Einzugsgebiet: 138,90 km²
  • Jahresabflussmenge: 28,40 hm³

 

Staubecken:

  • Speicheroberfläche (bei Stauziel): 2,28 km²
  • Gesamtstauraum: 32,20 hm³
     

Absperrbauwerk:

  • Höhe über Gründungssohle: 40,90 m
  • Höhe über Talsohle: 33,25 m
  • Kronenlänge: 307,00 m
  • Kronenbreite: 6,00 m
  • Freibord: 1,95 m
  • Dammböschung, wasserseitig 1:2,5 - luftseitig 1:1,5
  • Bauwerksvolumen: 359.000 m³

 

 

Weidatalsperre

 

Die 1949 begonnene und 1956 in Betrieb genommene Talsperre fasst 9,7 Millionen Kubikmeter. Die Fläche des Stausees beträgt 93 ha und die maximale Stauhöhe 22,5 m. Das Staubecken hat eine Länge von 4,6 km. Die 170 m lange Staumauer ist eine Schwergewichtsmauer aus Beton und 32,5 m hoch. Sie ist im Grundriss leicht gekrümmt und an der Luftseite mit Bruchsteinen verkleidet. Eine zweite 225 m lange Sattelmauer ist mit 5 Kaskaden versehen und sichert bei Hochwasser den zusätzlichen Wasserabfluss unterhalb der Staumauer. Die kleinere Staumauer mit der Hochwasserentlastung befindet sich an der Ostseite des Stausees. Heute dient diese Talsperre dem Hochwasserschutz und zur Niedrigwasseraufhöhung.

 

 

 

Daten:

  • Gestautes Gewässer: Weida
  • Sperrentyp/Dichtung: Betongewichtsstaumauer, luftseitig mit Bruchstein verblendet
  • Bauzeit: 1949 bis 1956
  • Jahr der Inbetriebnahme: 1955

 

Hydrologie:

  • Einzugsgebiet: 163,00 km²
  • Jahresabflussmenge: 33,40 hm³


Staubecken:

  • Speicheroberfläche (bei Stauziel): 0,93 km²
  • Gesamtstauraum: 10,68 hm³


Absperrbauwerk: 

  • Höhe über Gründungssohle: 32,50 m
  • Höhe über Talsohle: 24,50 m
  • Kronenlänge: 166,68 m
  • Kronenbreite: 3,50 m
  • Freibord: 1,00 m
  • Dammböschung, wasserseitig 1:0,05 - luftseitig 1:0,74
  • Bauwerksvolumen: 40.000 m³

 

Seit dem 01.09.2012 wird die liebevoll von den Bürgern „Zeulenrodaer Meer“ genannte Talsperrenregion wieder als Tourismusstandort entwickelt. Baden und Boot fahren sind erlaubt, Motorboote jedoch nicht. In den nächsten Jahren wird sich hier ein Urlaubsparadies für den sanften Tourismus entwickeln.

Die beiden Talsperren im Weidatal werden durch den 43 km langen Talsperrenwanderweg – einem „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" - verbunden, der Naturfreunden ein einzigartiges Erlebnis bietet. Auf mehr als 80 Prozent naturbelassenen Wegen kann man die Ruhe genießen und viele seltene Pflanzen und Tiere beobachten. Der 3 km lange und vollständig barrierefreie Panoramaweg zwischen dem Bio-Seehotel Zeulenroda und dem Strandbad Zeulenroda bereichert den Wanderweg um viele schöne Aussichtspunkte. Der DSV Nordic Walking Park „Thüringer Vogtland“ im Weidatal an der Talsperre bietet sechs unterschiedlich schwere und gut markierte Strecken.